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FRS5X Waveguide V3

Der FRS5x Waveguide in der V3
passend zu den Projekten:
Cheap Trick 327 aus der Klang und Ton 06/2023
Cheap Trick 333 aus der Klang und Ton 02/2025
Cheap Trick 339 aus der Klang und Ton 01/2026
Cheap Trick 340 aus der Klang und Ton 02/2026

Der FRS5X Waveguide in der Version 3

Kein Produkt auf dieser Seite hat eine so lange Geschichte wie der FRS5x Waveguide. Alles fing an mit einem Besuch in der Klang und Ton Redaktion in Duisburg. Thomas Schmidt lud mich seinerzeit zu einem Austausch ein, unter Anderem, um über mein damaliges Projekt, die Unequal V1 zu sprechen und um diesen Lautsprecher auf Herz und Nieren zu prüfen.

Während dieses Besuchs drückte er mir einen Waveguide in die Hand mit der Frage „kann man sowas auch in schön drucken, passend zum Visaton FRS5x?". Es gab in diesem Fall nur eine sinnvolle Antwortoption.

Es entstand der erste Entwurf eines Trichters, der aus 8 Teilen zusammengesetzt werden musste. Der war wirklich schlimm zu montieren. Inzwischen sind wir bei der V3 angekommen – wenn man den 8-teiligen Trichter dazu zählt, müsste sie eigentlich V4 heißen. Die erste Version hat keinen Zähler erhalten und war eher ein Prototyp.

Neben zahlreichen Projekten aus der Klang und Ton gab es zu meiner Freude auch sehr viele Projekte außerhalb des Magazins. Zahlreiche kompakte Systeme, Magnetostaten sowie Open-Baffle-Lautsprecher wurden mit ihm ausgestattet.

Was die V3 besser macht: die Rückkammer

Der eigentliche Sprung zur V3 steckt hinter dem Treiber – im wahrsten Sinne. Bisher saß der FRS5x mit offener Rückseite im Trichter, und um störende Schallanteile abzufangen, musste diese Rückseite mit Panzerband abgeklebt werden. Schön war das nie, und wirklich definiert auch nicht. Die V3 bekommt deshalb eine integrierte, geschlossene Rückkammer. Damit ist das Abkleben endlich Geschichte – vor allem aber arbeitet der Breitbänder nun gegen ein exakt festgelegtes Luftvolumen.

Genau dieses definierte Koppelvolumen ist der entscheidende Gewinn. Es zähmt die Rückseite des Treibers kontrolliert und zieht den nutzbaren Frequenzgang ein Stück weiter nach unten auf. Der FRS5x reicht damit tiefer hinab als in allen Versionen zuvor – und das eröffnet beim Ankoppeln neue Möglichkeiten.

Was das für die Ankopplung bedeutet

In der Praxis heißt das vor allem eines: tiefere Trennfrequenzen. Ohne Rückkammer ließ sich der FRS5x sinnvoll bei etwa 1,7 Kilohertz ankoppeln, so wie beim Cheap Trick 327 und beim Cheap Trick 339. Mit dem Koppelvolumen der V3 sind daraus saubere 1 Kilohertz geworden – nachzuhören beim Cheap Trick 340 mit dem großen 20-Zentimeter-Tieftöner von Visaton.

Und je tiefer man trennen kann, desto leichter gelingt die Anbindung an große Tieftöner und desto homogener wird der Übergang. Konus und Horn verschmelzen dann tatsächlich zu einem Guss, ohne dass man den Wechsel zwischen den beiden Chassis noch heraushört.

Die Rückkammer selbst wird einfach mit etwas Sonofil bedämpft und aufgeschraubt, Montage und Kabelführung laufen sauber durch den Sockel. Kein Panzerband, keine Bastelei – nur noch ein Bauteil, das man aufsetzt.

Geschlossen oder offen – zwei Ausführungen

Die V3 gibt es in zwei Varianten. Standard ist die geschlossene Rückkammer, die ich oben beschrieben habe: Sie holt das Maximum an Tiefgang und Belastbarkeit heraus und erlaubt die tiefe, saubere Trennung bei 1 Kilohertz auch bei höheren Pegeln – so wie beim Cheap Trick 340.

Daneben biete ich eine Ausführung mit geöffneter Abdeckung an. Auch sie kommt ohne Klebeband aus, das lästige Abkleben entfällt hier also ebenfalls. Für diese offene Variante empfehle ich eine Ankoppelfrequenz von mindestens 1 Kilohertz bei einem Einsatzbereich bis 95 dB(A). Damit ist sie ideal für kompaktere Projekte und normale bis gehobene Zimmerlautstärke – die geschlossene Rückkammer spielt ihre Stärken dann aus, wenn es lauter zur Sache gehen soll.

Warum sich der Waveguide im eigenen Projekt lohnt

Was den FRS5x im Waveguide so reizvoll macht, ist die Kombination aus Eigenschaften, die man sonst nur schwer unter einen Hut bekommt. Der kleine Breitbänder bringt von Haus aus einen fein auflösenden, offenen Hochton mit – und im Trichter gewinnt er genau das, was ihm allein fehlt: Pegel und Richtwirkung. Aus einem leisen 5-Zentimeter-Treiber wird so ein pegelfester Hochtöner mit sauberem, konstantem Abstrahlverhalten, der auch mit kräftigen Tieftönern mühelos mithält.

Das eröffnet im eigenen Projekt viel Spielraum. Durch die tiefe Ankoppelbarkeit lässt sich der FRS5x an ganz unterschiedliche Tieftöner anbinden – vom kompakten 10er bis zum ausgewachsenen 20er. Über das Einwinkeln der Box stellt man sich den Hochton dabei selbst ein, von neutral bis britisch-zurückhaltend, ganz nach Geschmack und Raum. Und weil das Abstrahlverhalten so gleichmäßig bleibt, klingt das Ergebnis im Raum ausgewogen statt spitz oder aufdringlich.

Dazu kommt der praktische Teil: Der Waveguide wird einfach aufgesetzt, das Kabel sauber durch den Sockel geführt – fertig. Kein Panzerband, keine Bastelei. Wer also einen Hochtöner sucht, der audiophile Qualitäten mit hohem Wirkungsgrad und echter Constant Directivity verbindet und sich flexibel in eigene Konstruktionen einfügt, findet im FRS5x im Waveguide einen ungewöhnlich vielseitigen Spielpartner.

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