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PYB HORN

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PYB Horn

Die Suche nach dem „unhörbaren“ Horn

Wer sich der Konstruktion eines Hochleistungslautsprechers widmet, stößt unweigerlich auf das Herzstück der Mitteltonwiedergabe: die Hornkontur. Besonders bei der Verwendung eines 2-Zoll-Kompressionstreibers, der bereits ab 350 Hz die Schwerstarbeit im Grundtonbereich übernehmen soll, trennt sich die Spreu vom Weizen. Es geht hierbei nicht mehr nur um schiere Lautstärke, sondern um die Verbindung von massiver Dynamik mit audiophiler Verfärbungsfreiheit.

In diesem Bericht vergleichen wir die klassische Exponentialfunktion mit der Traktrix-Kontur (im Fachjargon oft „Taktix“ genannt). Während beide Ansätze die akustische Transformation des Schalls zum Ziel haben, verfolgen sie grundlegend unterschiedliche Philosophien in Bezug auf die Wellenausbreitung und die Interaktion mit dem Raum.

Warum die Entscheidung auf die Traktrix-Kontur fiel

Die Wahl der Traktrix-Kontur für dieses Projekt ist kein Zufall, sondern eine gezielte Entscheidung gegen den typischen „Hornklang“ und für eine natürliche Bühne. Hier sind die Hauptgründe:

  • Minimierung von Reflexionen: Im Gegensatz zur Exponentialkontur endet die Traktrix-Kurve in einem 90-Grad-Winkel zur Achse. Dies verhindert, dass Schallwellen am Hornmund abrupt „abreißen“ und als störende Reflexionen zurück in den Hornhals wandern – der Hauptgrund für die oft kritisierte Nasalität von Hörnern.

  • Sphärische Wellenfront: Die Traktrix-Form unterstützt die Ausbildung einer sphärischen Wellenfront. Das Ergebnis ist ein deutlich homogeneres Abstrahlverhalten und eine räumliche Abbildung, die den Lautsprecher akustisch fast vollständig „verschwinden“ lässt.

  • Der „Sweet Spot“ bei 350 Hz: Gerade im kritischen Übergangsbereich unterhalb von 500 Hz, wo Stimmen ihr Fundament haben, bietet die Traktrix-Kontur eine organischere Anbindung an den Raum. Sie vermeidet das „Beaming“ (die starke Bündelung), das bei tief bauenden Exponentialhörnern oft zu einem sehr engen und anstrengenden Hörbereich führt.

In der Welt der High-End-Akustik und Beschallungstechnik ist die Wahl der Hornkontur entscheidend für den Klangcharakter, den Wirkungsgrad und das Abstrahlverhalten eines Lautsprechersystems. Wenn wir einen 2-Zoll-Kompressionstreiber betrachten, der ab 350 Hz eingesetzt werden soll, bewegen wir uns im Bereich der "großen" Mitteltonhörner, bei denen die physikalischen Gesetze der Wellenausbreitung besonders deutlich hörbar werden.

1. Die Geometrie: Mathematische Perfektion vs. Natürlicher Abschluss

Bevor wir auf den Klang eingehen, müssen wir verstehen, wie sich diese Formen unterscheiden:

  • Exponentialhorn: Die Querschnittsfläche nimmt nach einer festen mathematischen Formel

  • Traktrix-Horn: Diese Kontur basiert auf der "Schleppkurve". Das wesentliche Merkmal ist, dass die Hornwand am Hornmund exakt in einem 90-Grad-Winkel zur Mittelachse endet. Sie schmiegt sich quasi fließend an die Schallwand an.

2. Akustische Unterschiede im Detail
Belastbarkeit und Ladung (Loading)

Das Exponentialhorn ist der König des Wirkungsgrads im unteren Frequenzbereich. Für Ihren Einsatz ab 350 Hz bietet es dem 2-Zoll-Treiber eine sehr konstante akustische Impedanz bis nahe an die Grenzfrequenz (Cut-off). Das bedeutet:

  • Der Treiber muss weniger Hub machen, um denselben Schalldruck zu erzeugen.

  • Die mechanische Belastung der Membran ist geringer.

Das Traktrix-Horn hingegen verliert kurz vor der theoretischen Grenzfrequenz etwas an "Ladung". Um 350 Hz sauber wiederzugeben, muss ein Traktrix-Horn physikalisch etwas größer gebaut werden als ein vergleichbares Exponentialhorn, damit der Treiber nicht unkontrolliert schwingt.

Verfärbungen und der „Hornklang“

Hier spielt das Traktrix-Horn seine Stärken aus. Da die Kontur im 90°-Winkel endet, werden Reflektionen am Hornmund minimiert.

  • Bei Exponentialhörnern springt die Schallwelle am Ende des Horns oft abrupt in den freien Raum, was zu Rückreflexionen in das Horn führt (stehende Wellen). Dies erzeugt den typischen, oft als "nasal" oder "trötig" bezeichneten Hornklang.

  • Das Traktrix-Horn klingt „freier“ und weniger nach „Kiste“, da die Wellenfront das Horn natürlicher verlässt.

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