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TILE - Die Bauanleitung


TILE - engl. für "Fließe" wird "Teil" ausgesprochen. Die Namensgebung hat sich dieses Gehäuse über seine Außenhaut eingefangen. Diese besteht aus gedruckten Fließen und verleiht dem Gehäuse das besondere Äußere.






Was benötigen wir für Zusammenbau und Herstellung? :
  • Den Lautsprecherbausatz Base 3.AL von Blue Planet Acoustic

  • Pro Gehäuse ca. 1250g Material, davon werden 750g für die Kacheln benötigt

  • 6 Inbusschrauben M4x20mm mit passenden Muttern

  • 2 Paar Goldkontaktstecker mit M5 Gewinde

  • Lötkolben

  • Inbusschlüssel

  • Klebstoff

  • 20 Federklemmen

  • 3D-Drucker


Die Federklemmen


Zur späteren Montage werden Federklemmen verwendet. Die hier abgebildete Klemmen bekommt man im 20'ger Pack zu einem guten Kurs. Die Form der Klemmen ist ebenso optimal für den sicheren Halt der Verbindung. Du bekommst sie hier.











Der Klebstoff

Zur Verklebung empfehle ich den Pattex Crocodile. Dieser Klebstoff ist bei Teilen aus PLA der optimale Spielpartner für eine sichere und abdichtende Verklebung.

2 Tuben sind mehr als ausreichend für die Montage von 2 Gehäusen.



















Der Drucker, sofern du noch keinen besitzt

Der Drucker für dieses Projekt sollte über eine nutzbare Druckfläche von 220mm x 220mm verfügen. Ich habe mir dazu einen Anycubic Kobra 2 pro zugelegt da er im Vergleich zu seinen Vertretern gleicher Größe und Bauart einige Vorteile mit sich bringt. Dazu wird es noch ein Video geben.











Vorüberlegungen

Es gibt einige Gestaltungsmöglichkeiten die ich dir kurz in der folgenden Galerie zeigen möchte. Vielleicht gefällt dir etwas davon, und du möchtest es nachbauen :



Nun geht es los

Wir müssen die ersten Teile herstellen. Die Teile oder das Teil von dem ich hier spreche, ist in der Abbildung jeweils in Rot dargestellt.


Wir stellen im ersten Schritt alle Teile her, die ein Gewinde haben. Diese Teile werden mit anderen Einstellungen gedruckt als der Rest.


Gewindehülse und Schraube

Sowohl bei der Gewindehülse als auch bei der Schraube sollte mit einer Schichtstärke von 0,1mm gedruckt werden. Die Gewindehülse wird ohne Infill geduckt da es sich hierbei um ein sehr dünnwandiges Teil handelt.



Die Schraube wird mit dem Gewinde nach unten Druckbett ausgerichtet. Bei einer 0,4mm Düse sind 2 Wandlinien und 15% Infill vollkommen ausreichend. Bei den unteren und oberen Schichten kannst du du die Anzahl selbst bestimmen, ich würde 2-3 Schichten empfehlen.

In meinem ersten Versuch die Gewindehülse zu Drucken, löste sich das Teil. Um dem entgegen zu wirken hilft eine Reinigung mit Spülmittel und warmen Wasser sowie die Verwendung eines 3D-Lacks als Haftmittel.

Alternativ kannst du auch noch ein Brim verwenden um die Auflagefläche zu erhöhen oder die Druckgeschwindigkeit reduzieren.


Rahmen Schallwand

Für die Schallwand wird die Schichthöhe wieder auf 0,2mm erhöht. Ich drucke dieses Teil mit 2 Wandlinien und mit 20% Infill.

Du solltest 3 untere sowie obere Schichten einstellen um später die notwendige Stabilität zu erhalten. Die Naht der Front solltest du auf einer der unteren Kanten platzieren damit man sie später nicht sieht.


Zusammenbau der Front

Die 3 Teile der Front werden dann nach dieser Abbildung zusammengesetzt.












An den gekennzeichneten Stellen erfolgt die Verklebung der Gewindehülse mit der Schallwand.

Gib dem Klebstoff mindestens 2 Stunden zeit zur Trocknung















Für den späteren Zusammenbau benötigen wir noch den Abdeckring. Diesen können wir mit den zuvor gewählten Einstellungen der Schallwand drucken.

Benötigt wird er jedoch erst am Ende der Montage.





Weitere Teile

Mit den Einstellungen der Front werden dann auch die übrigen Rahmen gedruckt. Du benötigst:


  • 2 x Seitenwand

  • 2 x Rahmen Deckel und Rückwand

  • 1 x Boden

  • 1 x Deckel für Boden


Vorbereitung des Bodens

Bevor die Schalen des Gehäuses miteinander verklebt werden, solltest du die Muttern auf der Innenseite des Bodens einsetzen. Verwende dazu einfach eine Schraube mit dessen Hilfe du die Mutter bündig in den Boden einziehst.














Der Zusammenbau der Gehäuseteile

Damit dieser Schritt gelingt, solltest du die nun folgenden Schritte genau beachten.


Die orangenen Spannbäckchen sollten vor der Verwendung entfernt werden. Diese sind später nur hinderlich


Noch ein Hinweis zum Kleber:

Sofern bei den folgenden Schritten Klebstoff an Flächen gelangen sollte die später sichtbar sind, lass ihr einfach trocknen. Nachdem er getrocknet ist, lässt er sich deutlich einfacher entfernen.










Mit Hilfe der Federklemmen wird nun das komplette Gehäuse zusammengesetzt, ohne Klebstoff !

In diesem Zustand werden die einzelnen Teile zueinander ausgerichtet bis alles zueinander passt.















Wir legen nun das Gehäuse auf die Seite und entfernen alle Klammern mit denen die Seitenwand gehalten wird.

Auf den Verbindungsflächen der Front und Rückwand wird nun der Klebstoff aufgetragen.

An Deckel und Boden wird kein Klebstoff aufgetragen !

Danach wird die Seitenwand wieder eingesetzt und mit den Federklemmen fixiert.

Die zweite Seitenwand wird dann im Anschluss in gleicher Reihenfolge und an gleichen Flächen verklebt.







Nun drehen wir das Gehäuse auf den Kopf und entfernen alle Klammern die den Boden halten.

Der Klebstoff wird nun auf alle 4 Klebeflächen aufgetragen. Danach wird der Boden wieder eingesetzt und mit den Federklemmen fixiert.

Diesen Vorgang wiederholen wir mit dem Deckel des Gehäuses.












Danach sollte es wieder so aussehen, nun sind jedoch alle 12 Flächen miteinander verklebt.

Das Gehäuse sollte nun 12 Stunden trocknen.
















Die Kacheln


Ich habe mich vorerst mal für dieses Design in meinem Beispiel entschieden. Ich sage mal "vorerst", da ich erst mal schauen möchte, wie das Schwarz mit dem Gold harmoniert.




Die Rückwand ist ein guter Einstieg in die Welt der Kacheln. Wenn da das Setup für den Drucker noch nicht passen sollte, ist es vielleicht nicht so schlimm.

Für die Rückwand benötigst du :

6 x Kachel

2 x Kachel Terminal


Bevor die Kacheln in der Rückwand verklebt werden, würde ich eine "Trockenübung" versuchen um sicher zu stellen, dass auch alle passt. Die Bohrungen in der Rückwand können dazu genutzt werden, um die Kacheln wieder aus der Rückwand heraus zu bekommen.



Im Bereich der Bohrungen wird ein Ring bestehend aus Klebstoff zur Abdichtung aufgetragen.

















Dann können auch schon die Kacheln eingesetzt werden. Ich habe dann doch ein etwas anderes Muster gewählt. Achte bei der Anordnung der Kachel für das Terminal, dass sie auch auf der späteren Unterseite des Gehäuses sitzt.













Für die Oberseite und die Seitenwände können nun die Kacheln gedruckt werden.


Für den Deckel benötigst du :

8 x Kachel


Für die Seitenwände:

Je 16 x Kachel






















So sieht dann das Zwischenergebnis aus. Nun fehlt noch die Front.

















Für die Front werden folgende Kacheln benötigt:


4 x Kachel V2 Schallwand

4 x Kachel V2 BR


Die Kacheln der Front benötigen etwas mehr Gefühl zum Einbau als die Kacheln auf den anderen Seiten. Bleib geduldig und nimm dir die notwendige Zeit. Beginne mit den Kacheln in denen später das Bassreflexrohr sitzt.



Nachdem nun auch die Front verklebt ist, solltest du dem Gehäuse etwas Zeit (2Stunden) zum Trocken geben. Die erforderliche Festigkeit des Gehäuses stellt sich erst nach 12 Stunden ein. Dann ist der Kleber vollständig ausgehärtet.















Dann kommt der Abdeckring zum Einsatz. Der Klebefilm sollte möglichst dünn sein.


















Zur Montage kannst du das Gehäuse auf die Front legen und den Ring einsetzen.

Alternativ kannst du auch die Klammern verwenden.

Auf manchen Materialien hinterlassen die Klammern Kratzer in der Oberfläche, wie in meinem Fall auf den schwarzen Teilen. Gib dem Gehäuse 12 Stunden Zeit zur Trocknung.













Anschließend wird das Chassis mit der Mutter in das Gehäuse geschraubt. Zuvor solltest du die Kabel anlöten.


















Der Klebstoff für das Bassreflexrohr wird hinter dem Bund auf dem Rohr aufgetragen. Nachdem es eingesetzt wurde solltest du eine Stunde warten bis der Kleber angezogen hat. Dann kann es weiter gehen.
















An den Rand wird nun das Bondum ausgelegt. Hinter dem Bassreflexrohr kommt noch ein Stückchen Dämmwolle in dem auch der Sperrkreis eingerollt wird. Die Teile sind sehr leicht und müssen nicht verschraubt werden.

Die Terminals sollten auch noch angeschlossen werden.














Nun erhält der Boden noch eine Lage Dämmwolle. Dann kann der Deckel verschraubt werden.























Viel Spaß beim Nachbau.



Björn Kempf

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